„Hessen tanzt“ – 4 TTC Paare starten erfolgreich

Turnier

Vom 8. bis zum 10. Mai fand in der Frankfurter Eissporthalle zum 51. Mai die traditionelle Tanzsportveranstaltung „Hessen tanzt“ statt, seit mehr als 30 Jahren organisiert vom hessischen Tanzsportverband. Fast 2.700 Paare verschiedener Alters- und Leistungsklassen waren in diesem Jahr bei diesem weltgrößten Amateurtanzturnier in Standard und Latein in 73 Turnieren, darunter 15 WDSF Ranglisten Turnieren und einer WDSF Weltmeisterschaft, am Start. Gleich beim Eintreten in die toll geschmückte Eislaufhalle fällt der Blick auf die vielen Tänzerinnen und Tänzer auf acht Flächen, ein beeindruckendes Bild. Interessant waren aber auch die vielen Verkaufsstände, die den Tänzerinnen und Tänzern die Gelegenheit gaben, Produkte auszuprobieren und zu kaufen und die zahlreichen Hairstylisten und Make-up Artists.

Vom TTC waren in diesem Jahr nur 4 Paare angereist. Schon am Freitagvormittag auf den Weg machen mussten sich Thomas und Julia Löw, die am Abend für die HGR II B Latein gemeldet waren. Die beiden hatten keine große Erwartungshaltung hinsichtlich des Ergebnisses oder auch der Performance, wollten das Turnier aber zur Vorbereitung auf ihre Landesmeisterschaft in drei Wochen nutzen, unter anderem auch, weil sie erst seit einer knappen Woche neue Folgen trainiert hatten und jetzt ausprobieren wollten, wie diese sich mit anderen Paaren auf der Fläche managen ließen und schauen, was sie in den nächsten Wochen noch intensiver trainieren müssen. Die Zeit vor Turnierbeginn war dann aber doch etwas stressig, blieb doch nach der Ankunft in Frankfurt nur knapp eine Stunde Zeit für Make-up und eine Frisur, die auch noch die nächsten Turniertage überstehen sollte.

Das Turnier lief dann aber gar nicht so schlecht. Obwohl Julia sich im Samba und auch im Cha Cha vertanzt hatte, weil die Folgen noch so neu waren, worüber sie sich schon ein bisschen geärgert hat, fehlte ihnen am Ende nur ein Kreuz zum Semifinale. Schade, aber kein Weltuntergang für die beiden. Im Ergebnis ertanzten sie sich Platz 13-15 von 21. Besonders gefreut hat Julia sich an diesem Abend auch über die Komplimente für ihr neues Lateinoutfit, dass sie erst in der Woche vorher fertiggestellt hatte. Eine Tänzerin aus Bremerhaven glänzte auf der Fläche ebenfalls in einem tollen von Julia erst am Donnerstagabend fertiggestellten und dann in Frankfurt übergebenen Kleid. Ein besonderes Erlebnis für Julia, es auf der Fläche live zu sehen.

Am nächsten Tag hieß es dann für Thomas und Julia früh aufstehen, um direkt morgens in der HGR II A Standard zu starten. Sowohl tänzerisch als auch konditionell lief es an diesem Morgen dann leider nicht so optimal, so zu mindestens ihr Eindruck. Umso glücklicher waren sie am Ende über das Ergebnis. In einem Feld von 13 Paaren qualifizierten sie sich über 2 Runden mit allen möglichen Kreuzen für die Endrunde, die sie mit einem hervorragenden 2. Platz beendeten. Als Belohnung gab es für sie nicht nur eine Urkunde, sondern auch den schönen „Hessen tanzt“ Wimpel, über den Julia sich besonders gefreut hat, weil es für sie in ihrer Tanzsportkarriere der erste „Hessen tanzt“ Wimpel war.

Am Samstag zeitgleich am Start waren Carsten und Ilona Schalos und Rieke Dankwerts und Mia Teebken, die noch mit Jan Garbers und Sophie Krafft am Freitagabend gemeinsam angereist waren. Carsten und Ilona erreichten im WDSF Sen III Standard Turnier, mit 155 Paaren das größte Turnier des Tages, mit Platz 62 einen Platz im guten Mittelfeld, was ihrer Meinung nach auch ihrer derzeitigen Trainingsleistung entspricht. Dabei liefen die ersten beiden Tänze der Vorrunde nicht so toll, weil sie mit 14 Paaren auf eine doppelt so große Fläche durften, was sich wie ein großes Wimmelbild darstellte und zu häufigen Störungen führte. Eine große Herausforderung. Die Pausen zwischen den Heats nutzen die beiden dann, um sich neu zu konzentrieren und ab dem Wiener Walzer lief es dann deutlich besser, so dass sie sich für die zweite Runde qualifizieren konnten, die ebenfalls gut lief, obwohl immer noch zwölf Paare auf der Fläche waren.

Rieke und Mia qualifizierten sich in der HGR C Standard über die Vorrunde und 3 Zwischenrunde für die Endrunde ertanzten sich in der HGR C Standard einen hervorragenden 3. Platz von 53 Startern.

Besonders motivierend war dabei auch, dass durch die gleichzeitig stattfindenden Turniere, die Gelegenheit bestand, sich unter den Vereinsmitgliedern gegenseitig anzufeuern. Das stärkte den Teamgeist und brachte trotz der sportlichen Anstrengung viel Spaß.

Am Samstagabend ging es dann noch einmal für Thomas und Julia in der HGR B Latein auf die Fläche. Weil die beiden keine Verletzung riskieren wollten, um das für sie wichtigste Turnier des Wochenendes, der HGR A Standard, am nächsten Tag nicht zu gefährden, tanzten die beiden schon von Beginn an etwas verhaltener und machten sich auch deshalb keinerlei Hoffnung, eine Runde weiterzukommen, auch weil viele starke Paare am Start waren und die Anzahl der Paare von der 1. zur 2. Zwischenrunde fast halbiert wurde. Umso überraschender dann für sie, dass sie mit ihrem 58. – 60. Platz von 89 nicht nur sechs von den 12 Paaren aus dem Turnier der HGR II B am Samstag, sondern auch überraschend viele Paare, die sie vom Ansehen her als deutlicher stärker eingeschätzt hätten als sich selbst, hinter sich lassen konnten. Über dieses Erfolgserlebnis waren Thomas und Julia sehr glücklich.

Sorgen im Hinblick auf das Turnier am Sonntag, bereitete ihnen aber die Tatsache, dass Julia sich irgendwie den Nagel am kleinen Zeh abgerissen hatte und dadurch nicht gut auftreten und abrollen konnte. Nach dem gründlichen Verarzten des Zehs am Sonntagmorgen klappte es trotz Schmerzen im Turnier der HGR A Standard aber erstaunlich gut. Thomas und Julia waren sehr zufrieden, gelang es ihnen doch viel besser, zu zeigen, was sie aktuell auf die Fläche bringen können. Mit einer guten Leistung in der Vorrunde und allen Kreuzen durften sie sich über die Qualifikation für die 1. und 2. Zwischenrunde freuen und zogen damit das erste Mal in der HGR A bei einer Großveranstaltung ins Semifinale ein. Über die Teilnahme am Semifinale durften sich auch Jan Garbers und Sophie Krafft freuen, die sich mit einer hervorragenden Leistung ebenfalls qualifizieren konnten. Im Endergebnis belegten beide Paare mit den Plätzen 12 und 13 von 44 Plätze im vorderen Drittel. Mit diesem Ergebnis waren alle super zufrieden. Für Thomas und Julia war es ein weiteres Highlight, dass sie den Sieger der HGR II A hinter sich lassen konnten und weitere Paare, die sie bisher nicht schlagen konnten.

Im Anschluss an ihr Turnier nutzten beide Paare die Gelegenheit, Mia und Rieke anzufeuern, die ein weiteres Mal in der HGR C an den Start gingen, obwohl es Rieke schon am Samstagmorgen nicht sonderlich gut ging. Die beiden zeigten trotzdem über drei Runden eine Superleistung und qualifizierten sich damit unter 44 Paaren für das Finale, in dem sie nochmal alles gaben und sich damit verdient den Turniersieg sicherten.

Carsten und Ilona tanzten am Sonntag das WDSF Sen II Turnier mit 95 Paaren am Start. Mit 13 Paaren auf der Fläche in der Vorrunde stellte das Turnier erneut eine große Herausforderung für Carsten und Ilona dar. Mit ihrem 65. Platz von 95 Teilnehmern waren sie dann auch nicht wirklich zufrieden, hatten sie doch das Gefühl, dass die Tänze etwas besser liefen als am Tag zuvor.

Fazit aller Paare: „es war wieder ein sehr schönes Wochenende, auch wenn es wegen der Wetterlage in der Halle sehr warm war, mit einer gelungenen Turnierleitung, die für einen reibungslosen Ablauf mit nur wenigen Verspätungen sorgte und beeindruckenden Bildern.“

Herzlichen Glückwunsch den Paaren zu diesen tollen Ergebnissen!

 

Text: Petra Dolch, Julia Löw, Carsten Schlalos

Beteiligte Tänzer:innen